Gendermedizin

kann Leben retten!⁠

Wusstest du, dass Frauen bis vor knapp 10 Jahren größtenteils von Arzneimittel-Studien ausgeschlossen wurden? Die Medikamenten werden aber auch heute noch oft für beide Geschlechter in der gleichen Dosierung verabreicht. 

Durch die Annahme, dass Männer- und Frauenkörper sich ausschließlich im Bereich der Gynäkologie unterscheiden, besteht der heutige Wissensstand in der Medizin oft ausschließlich auf den Erkenntnissen des männlichen Körpers. 

Deshalb setzt sich die Gendermedizin mit der geschlechtsspezifischen Erforschung und Behandlung von Krankheiten auseinander.  

Warum ist das so?

Der Ursprung liegt in den späten 1960er Jahren. Nach dem Contergan-Skandal befürchteten Mediziner, dass Medikamente negative Folgen auf die Fruchtbarkeit und Schwangerschaften haben könnten. Zusätzlich hatten  Forscher bedenken, dass Schwankungen des Zyklusses die Ergebnisse ihrer Studien verfälschen könnten. 

Seit 2004 besteht in Deutschland die Empfehlung an Arzneimittelforscher, dass Medikamente, welchen beiden Geschlechtern verschrieben werden, zuvor auch an Frauen getestet werden sollten. 

Seit 2011 müssen Hersteller von Medikamenten eine geschlechtsspezifische Auswertung zur Zulassungsstudie zusätzlich einreichen. Das Problem? 

Medikamente, die vor 2004 auf den Markt gekommen sind, wurden mit großer Wahrscheinlichkeit ausschließlich an Männern getestet. 

Unterschiede zwischen Frau und Mann

Inzwischen existieren einige Studien dazu, dass das Geschlecht der Patienten einen Einfluss auf die Wirkung von Medikamenten haben. 

Das hat vor allem körperliche und hormonelle Gründe. Frauen sind meistens kleiner und wiegen weniger und haben ein anderes Fett-und Muskelmasse-Verhältnis als Männer. Medikamente werden von Frauen langsamer abgebaut, weil Enzyme in der Leber anders arbeiten und gleichzeitig auch der Darm langsamer arbeitet. 

Zusätzlich werden manche Erkrankungen nach wie vor in Stereotypen gesehen. Herzinfarkte kommen auch bei Frauen oft vor. Die allbekannten Symptome wie Druck und Stechen in der Brust sowie Atemnot sind weit bekannt. Bei Frauen können aber auch Schmerzen im Kiefer, Rücken oder Schulter sowie Übelkeit ein Indiz für einen Herzinfarkt sein. 

Geschlechtermedizin = Frauenmedizin?

Auch Männer leiden unter dieser Forschungslücke. Insbesondere bei “typischen Frauenkrankheiten” wie Depressionen und Osteoporose wird das männlich Geschlecht sowohl bei der Diagnostik als auch bei der Behandlungsform vernachlässigt. 

Und jetzt? 

Glücklicherweise wird in den letzten Jahren verstärkt auf dieses Problem eingegangen. Jedoch konzentrieren sich auch heute noch die wenigsten Lehrpläne an medizinischen Fakultäten mit der Gendermedizin. 

Diese geschlechtsspezifischen Eigenschaften sollten grundsätzlich bei der Prävention, Diagnose sowie bei den Behandlungs- und Rehabilitationsmethoden der modernen Medizin berücksichtigt werden.    

Solltest du dir bei der Dosierung deiner Medikamente unsicher sein, halte mit deinem Arzt Rücksprache. 

 

Quellen: 

Jahn, I., Gansefort, D., Kindler-Röhrborn, A., & Pfleiderer, B. (2014). Geschlechtersensible Forschung in Epidemiologie und Medizin: Wie kann das erreicht werden? Bundesgesundheitsblatt – Gesundheitsforschung – Gesundheitsschutz, 57(9), 1038–1046.doi:10.1007/s00103-014-2010-8

 

Knopf D. (2005) ASS schützt Frauen nur bedingt. In: Pharmazeutische Zeitung; Ausgabe 13. Abgerufen von: https://www.pharmazeutische-zeitung.de/index.php?id=pharm1_13_2005, Abgerufen am: 8. Juni 2021

 

Meißner, T. (2018). Geschlechtsspezifische Medizin – Der kleine Unterschied ist größer als gedacht. Abgerufen von: https://www.aerztezeitung.de/Medizin/Der-kleine-Unterschied-ist-groesser-als-gedacht-226976.html, Abgerufen am: 8. Juni 2021

 

Internetquellen: 

https://nachgefragt-podcast.de/tag/geschlechtersensible-medizin/ Agerufen am: 8. Juni 2021

https://gender.charite.de/ Agerufen am: 8. Juni 2021

https://www.vfa.de/embed/positionspapier-beruecksichtigung-von-frauen-und-maennern-bei-der-arzneimittelforschung.pdf-1 Abgerufen am: 8. Juni 2021

 

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